Erfreulicher Start: die neue Flutwiese im Riedenboden – 2020

Im Zuge des Amphibienförderprojektes Kirchberg wurde im Riedenboden, bei der Kiesgrube Holcim zwischen Wolfikon und Altbachwald, der verschilfte Weiher umgestaltet und ein Teil des Riedenbodenbaches renaturiert. Der neu geschaffene Lebensraum weist nun eine Flutwiese auf, die als Amphibienlaichgewässer vor allem für die gefährdeten Kreuzkröten und Gelbbauchunken angelegt wurde und den besonderen Biotopansprüchen dieser Tiere entgegenkommt. Südlich davon fliesst der naturnah gestaltete Riedenbodenbach. Die bestehende Hecke zum angrenzenden Kulturland wurde mit einheimischen Bäumen und Sträuchern ergänzt. Gegen Ende April 2020 war der grösste Teil der Bauarbeiten vollendet und das neue Amphibienlaichgewässer erstmals geflutet.

Nachdem die ersten Regenfälle Ende April der Trockenheit ein Ende setzten, war auch für die Amphibien die «Trockenstarre» vorbei. Während eines Monitorings in der Nacht vom 28. April 2020 zeigten sich erfreulicherweise 38 Kreuzkröten und der laute Balzgesang der Krötenmännchen war weitherum zu hören. Einige Tage später wurden dann auch 14 Laichschnüre gezählt, aus welchen bereits Kaulquappen geschlüpft waren. Anfang Mai waren die ersten Gelbbauchunken eingetroffen, die wie die Kreuzkröten zu den Spätlaichern gehören und nur wenig bewachsene, unstete Gewässer zum Laichen nutzen. Somit sind beide Zielarten nachgewiesen und die Kreuzkröten haben sich bereits erfolgreich fortgepflanzt. In Kirchberg befindet sich die grösste und wichtigste Kreuzkrötenpopulation des Kantons St. Gallen.

Besucher willkommen; bitte Regeln beachten

Das neu gestaltete Biotop steht auch der Bevölkerung als Naherholungsgebiet zur Verfügung. Zwei Sitzbänke laden zum Verweilen ein und ein Fussweg führt über den Damm rund um die Flutwiese. Da sich in der Flutwiese zwei national bedrohte Tierarten fortpflanzen, ist das Betreten und Befahren verboten! Ebenfalls dürfen weder Laich noch Kaulquappen oder ausgewachsene Tiere gefangen und mit nach Hause genommen werden; es handelt sich um streng geschützte Tiere.

Vom Damm aus sind die Kreuzkröten-Kaulquappen aber meist gut sichtbar. Die erwachsenen Kröten zeigen sich in der Regel erst bei Dunkelheit und der Balzgesang ist ebenfalls nur in der Nacht zu hören. Die Zufahrtstrasse zum Holcim-Areal ist mit einem Fahrverbot belegt. Besuchen sie das Gebiet also zu Fuss oder mit dem Velo. Tragen sie Sorge zu dieser Oase und geben sie damit den bedrohten Amphibien und vielen anderen Tieren eine Zukunft.

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